. DIE GESCHICHTE UNSERES HAUSES*

Anfang der Siebziger ist das Bundesministerium für Unterricht und Kunst mit der Bitte an das Kolpingwerk herangetreten, anstelle des Bundeskonvikts in Klagenfurt ein Haus für Schüler der HTL zu errichten und zu betreiben.

Dieser Wunsch wurde daraufhin an den Diözesanverband Kärnten herangetragen. Die Diözese Gurk unter Präses Glanzer hat daraufhin den Sportplatz des ehemaligen Priesterseminars in der Enzenbergstraße der damals neu gegründeten Kolpingsfamilie Klagenfurt-Ost kostenlos zur Verfügung gestellt.

Aufgrund diverser Bauverzögerungen im Schuljahr 1971/72 hat die Kolpingsfamilie noch interimsmäßig das Bundeskonvikt betrieben. Am 26.10.1972 war erst der Südtrakt des Gebäudes fertiggestellt und war ab diesem Zeitpunkt nur ein Teilbetrieb möglich. Das Kolpinghaus wurde an diesem Tag vom damaligen Bischof Dr. hc Johannes Weber eingeweiht, da unser Bischof Kästner leider erkrankt war und die ersten Schüler sind das Kolpinghaus eingezogen.

Die Gesamtfertigstellung erfolgte letztendlich währen des Schuljahres 1972/73, der Vollbetrieb und die Beherbergung von 230 Bewohnern waren somit ab dem Schuljahr 1973/74 möglich.

Nachdem die Heime der Volkshilfe gesperrt wurden und hohe Nachfrage nach Heimplätzen vorherrschte, hat sich die Kolpingsfamilie Anfang der Achtziger Jahre zu einer Kapzitätsausweitung entschlossen, wobei ehemalige Freizeiträume in Schlafsäle umgestaltet wurden. Das war letztendlich nur möglich, da bereits bei der Bauerrichtung die notwendige Infrastruktur hierfür vorgesehen war. Hier konnte die Kolpingsfamilie sozial und wirtschaftlich schwachen Familien ein Quartier anbieten um dadurch die Ausbildung für deren Jugendliche auch leistbar zu machen.

Insgesamt hat die Kolpingsfamilie in diesen Jahren weit über das soziale Engagement einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag geleistet.

Bis Mitte der Neunziger Jahre wurden die Studierstunden vom Lehrkörper der HTL beaufsichtigt. Mit dem Neubau des Schulzentrums Mössingerstraße und der damit verbundenen Gründung einer zweiten HTL in Klagenfurt war die Kolpingsfamilie wieder vor große logistische Herausforderungen gestellt. Unter anderem wurde der vom Bund bezahlte Studierstundenbereich eingestellt und somit musste das pädagogische Konzept auf hauptberufliche Erzieher umgestellt werden. Weiters musste ein entsprechendes Verkehrskonzept zu erstellt werden, da die neue HTL sich in einem anderen Stadtteil befindet. Darüber hinaus hat die Kolpingsfamilie den Betrieb der Kantine im Schulzentrum übernommen, um nicht nur die Verpflegung der Bewohner des Kolpinghauses, sondern für das gesamte Schulzentrum sicherzustellen.

30 Jahre sind natürlich an der Substanz des Hauses in der Enzenbergstraße nicht spurlos vorübergegangen, sodass sich die Kolpingsfamilie entschlossen hat, das Kolpinghaus ab dem Jahr 2000 von Grund auf und bei aufrechtem Heimbetrieb zu sanieren. Die Gesamtinvestitionskosten haben rund € 5,5 Mio. betragen. Aufgrund der budgetären Situation der Förderstellen und des Verbrauchs der Eigenmittel konnten nicht alle erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden. Dachsanierung, Austausch der Lifte sind nur beispielhafte Investitionen, die erst jetzt und unter größter finanzieller Anstrengung erfolgen können.

Ursprünglich war geplant, dass die Finanzierung zu je 1/3 von Bund und Stadt/Kirche/Kolpingsfamilie Klagenfurt-Ost getragen wird. Wobei Bund, Land und Stadft ihren Anteil in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse leisten sollen. Der Bund hat den Anteil über 1,5 Mio. erfüllt. Bei Land und Stadt wurde die Zusage in Darlehen umgewandelt, wobei hierfür nunmehr jährlich ein Subvenstionsantrag zu stellen ist. Diese Zusage ist vorerst bis 2014 befristet und es bleibt zu hoffen, dass Land und Stadt einer Vertragsverlängerung zustimmen werden.

So gesehen ist und bleibt die finanzielle Lage der Kolpingsfamilie Klagenfurt-Ost angespannt. Dennoch führen wir das Kolpinghaus für Jugendliche im Sinne der Grundsätzze unseres Gründervaters. Im Rahmen der jährlichen Strategieklausur werden unsere Schwerpunkte überprüft und die Weichen gestellt, damit wir auch weiterhin den Jugendlichen leistbares Wohnen auf Zeit während ihrer Ausbildung bieten können.